„Tie-ätsch“ – Im Clinch mit dem englischen „th“

„Tie-ätsch“ – Im Clinch mit dem englischen „th“ - papagei.com Magazin

Das Problem dabei: Im Deutschen gibt es keine Entsprechung für das „tie-ätsch“. Und schlimmer noch für deutsche Zungen: Das Englische hat gleich zwei verschiedene „th“-Laute!

Die englischsprachigen Durchsagen in den Fernzügen haben der Bahn viel Hohn und Spott beschert. Der Abschiedsgruß „Senk ju vor träwelling wis Deutsche Bahn“ beweist einmal mehr: Die Deutschen stehen auf dem Kriegsfuß mit dem „tie-ätsch“. Das so genannte dentale Frikativ „th“ – ein an den Zähnen gebildeter Reibelaut – gibt es im Deutschen nicht, und so arbeitet sich Generation für Generation an der korrekten Aussprache des „tie-ätsch“ ab.

Fremder Laut in doppelter Ausführung

Es wäre ja alles nicht so schlimm, wenn das „th“ im Englischen nicht so häufig Verwendung finden würde. Und wenn es das „th“ nicht auch noch in zwei Varianten gäbe: als stimmhaften und als stimmlosen Laut – so wie es im Deutschen auch mit dem „s“ der Fall ist, etwa in den Worten „Bus“ (stimmlos) und „Busen“ (stimmhaft).

Beispiele für das stimmhafte „th“ sind die Wörter „the“, „that“, „there“, „mother“, „weather“ und „breath“. Das stimmlose „th“ findet sich beispielsweise in „think“, „thanks“, „nothing“, „mouth“ und „both“. Deutsche Muttersprachler neigen dazu, das stimmlose „th“ als „s“ oder „t“ auszusprechen. Das stimmhafte „th“ klingt aus deutschem Munde oft wie ein „d“ oder „z“.

Korrekt ausgesprochen, ähnelt das „th“ einem gelispelten „s“.

Entscheidend ist dabei vor allem die Position der Zunge:

  • Beim weich ausgesprochenen, stimmhaften „th“ wird die Zungenspitze an die Rückseite der oberen Vorderzähne gedrückt. Gleichzeitig fließt Luft zwischen der Zunge und den oberen Zähnen, die Stimmbänder vibrieren.

  • Beim stimmlosen „th“ befindet sich das Zungenblatt am unteren Bereich der Rückseite der oberen Vorderzähne, die Zungenspitze ragt ein wenig aus dem Mund heraus. Es fließt mehr Luft als beim weichen „th“, die Stimmbänder vibrieren nicht und der Lispel-Effekt ist ausgeprägter.

Klingt kompliziert?

Stellen Sie sich am besten vor einen Spiegel und trainieren Sie die Position der Zunge. Wenn Sie Probleme mit der Aussprache des „th“ haben, hilft nur eines: üben, üben, üben – bis Ihr Gehirn entsprechend konditioniert ist und die Zungenhaltung automatisch sitzt. Anschließend können Sie mit Hilfe eines Aussprachetrainers weiter an Ihrem Englisch feilen.