Plapperndes Federvieh: Warum Papageien sprechen können

Plapperndes Federvieh: Warum Papageien sprechen können - papagei.com Magazin

„Guten Morgen“, krächzt der bunt gefiederte Mitbewohner zur Begrüßung – zur großen Freude von Herrchen oder Frauchen.

Plappernde Papageien sind eines der faszinierendsten Phänomene in der Tierwelt.

Wie und warum die Vögel sprechen können, soll hier verraten werden. Wobei „sprechen“ eigentlich nicht ganz richtig ist…

Von den kleinen Wellensittichen über die Kakadus mit ihrem Schopf am Hinterkopf bis zu den einen ganzen Meter langen Aras: Rund 350 Arten mit etwa 850 Unterarten gehören zur Ordnung der Papageien – der wissenschaftliche Name lautet Psittaciformes. Die Vögel leben hauptsächlich in den Tropen und Subtropen, in Europa werden die sprachbegabten Tiere bereits seit der Antike als Haustiere gehalten. Schätzungen zufolge leben heute rund 50 Millionen Tiere in Gefangenschaft und noch einmal so viele in freier Wildbahn.

Die Zunge macht den Unterschied

Eigentlich können Vögel nicht sprechen – und eigentlich sind auch Papageien dazu nicht in der Lage. Sie besitzen aber die Fähigkeit, Laute zu erlernen und nachzuahmen. Die Grundvoraussetzung dafür ist Intelligenz. Papageien zählen zu den intelligentesten Vögeln überhaupt. Dass sie die menschliche Sprache so perfekt nachahmen können, hat einen weiteren Grund: Sprachbegabte Papageien besitzen eine sehr dicke und bewegliche Zunge. Ähnlich wie der Mensch können sie mit der Zunge Laute formen, in dem sie Spitze oder Saum der Zunge an bestimmte Positionen im Schnabel bewegen.

Dazu sind aber nicht alle Papageien in der Lage. Zu den talentiertesten Plappermäulern zählen vor allem Vertreter größerer Arten wie die Graupapageien, Amazonen, Aras und einige Kakadu-Arten. Kleinere Papageien wie die Wellensittiche können zwar auch Laute imitieren, es gelingt ihnen aber nicht sonderlich gut.

Warum Papageien plappern

Papageien sind monogame Tiere, die mit dem gewählten Partner ein Leben lang zusammenbleiben. Und sie sind sehr gesellige Tiere, die meist in großen Schwärmen leben. Jedes Tier hat dabei seinen eignen, unverwechselbaren Schrei, mit dem es sich innerhalb des Schwarms erkennbar macht. Will ein Papagei mit einem bestimmten Artgenossen kommunizieren, ahmt er den Ruf des anderen Tieres nach – dadurch ist die Aufmerksamkeit des gewünschten „Gesprächspartners“ garantiert. Papageien sind also in der Lage, Laute situationsbezogen zu imitieren.

Darüber hinaus erlernen Papageien auch andere Laute aus ihrer Umgebung und ahmen diese nach. Das können sowohl die Drohrufe anderer Tiere als auch vom Menschen erzeugte Geräusche sein wie der Lärm einer Kettensäge oder anderer Maschinen. Wissenschaftler sind daher überzeugt: Papageien ahmen Geräusche nicht nur nach, um zu kommunizieren, sondern auch aus purer Freude daran.

Wie man den Vögeln das Sprechen beibringt

Papageien sollten niemals einzeln, sondern immer nur paarweise gehalten werden. Ansonsten drohen sie zu vereinsamen. Morgens und abends sind die Tiere besonders aufnahmefähig. Um ihnen das Sprechen beizubringen, sind feste Rituale wichtig. So bietet es sich an, die Vögel jeden Morgen mit einem „Guten Morgen“ oder „Hallo“ zu begrüßen. Die cleveren Vögel werden sich solche sich täglich wiederholenden, situationsbezogenen Formulierungen schnell merken.

Wichtig dabei ist, möglichst einfache und kurze Wörter zu verwenden und stets deutlich zu sprechen. Ansonsten kann es nämlich geschehen, dass der Papagei nuschelt oder lispelt – eben ganz wie der Mensch, den er nachahmt.

Den eigentlichen Sinn von Wörtern können Papageien nicht verstehen. Ob sie eine nette Begrüßung oder ein Schimpfwort nachplappern, macht für die Tiere keinen Unterschied. Hauptsache, sie erhalten die gewünschte Zuwendung und Aufmerksamkeit.

Nach oben