Wie Länder zu ihrem Namen gekommen sind

Wie Länder zu ihrem Namen gekommen sind - papagei.com Magazin

Berühmte Entdecker, die geografische Lage oder landestypische Besonderheiten standen Pate: Ländernamen sind auf viele verschiedene und oft kuriose Arten zustande gekommen. Wir stellen die interessantesten Namensgebungen aus aller Welt vor.

Die Namen der Kontinente

Beginnen wir mit den Kontinenten. Es gibt sieben auf der Erde – und so sind sie zu ihren Namen gekommen:

Afrika. Der Begriff stammt vom Namen eines Volkes, den Afri, die im Altertum in der Region um die Hafenstädte Kathargo und Utica lebten. In der Antike bezeichnete der lateinische Begriff „africa“ zunächst lediglich das Gebiet des heutigen Tunesiens, später ganz Nordafrika und ab dem 3. Jahrhundert nach Christus den ganzen Kontinent.

Amerika. Die Landmassen im Westen wurden nach dem italienischen Seefahrer und Entdecker Amerigo Vespucci benannt, der kurz nach Christoph Kolumbus die Küste Südamerikas erkundete. Damals war noch nicht bekannt, dass es sich bei Amerika eigentlich um zwei Kontinente handelt. Deshalb gibt es nur einen Namen für die beiden verschiedenen Landmassen. 

Antarktis. Die rund um den Südpol gelegenen Landgebiete verdanken ihren Namen ihrer Lage. „Antarktis“ kommt vom altgriechischen „antarktikos“ und bedeutet schlichtweg „der Arktis gegenüber“. Die Arktis zählt übrigens nicht als Kontinent.

Asien. Der Name leitet sich vom assyrischen Begriff „assu“ ab, der „Sonnenaufgang“ oder „Osten“ bedeutet. Asien bezeichnet also die Länder im Osten, wo die Sonne aufgeht – das Morgenland.  

Australien. Der Name kommt vom lateinischen „terra australis“, zu Deutsch „südliches Land“.

Europa. Wie unser Kontinent zu seinem Namen kam, ist umstritten. Als am wahrscheinlichsten gilt, dass der Name vom altgriechischen „erebos“ gleich „dunkel“ stammt – im übertragenen Sinne das Abendland.

Die Namen von Ländern

Auf der Welt gibt es 193 eigenständige Staaten – wir wollen uns auf eine kleine, alphabetisch sortierte Auswahl von Ländern mit besonders interessanter oder skurriler Namensherkunft beschränken:

Argentinien. Der Name stammt vom lateinischen Wort „argentum“, zu Deutsch „Silber“. Die spanischen Eroberer wählten diesen Namen, da ihre Flotte an der Mündung des Rio de La Plata (spanisch für „Silberfluss“) mit dem Edelmetall beladen wurde – das allerdings aus Minen im heutigen Bolivien stammte. Eigentlich müsste Bolivien also Argentinien heißen…

Brasilien. Der Begriff leitet sich von „pau-brasil“ ab, dem portugiesischen Namen für das im Deutschen als Brasilholz bekannte Holz einer früher in Brasilien weit verbreiteten Baumart. Wird das Holz dieser Baumart geschnitten, leuchtet es rötlich und erinnert an eine Glut. Der portugiesische Begriff für „Glut“ lautet „brasa.

Barbados. Die Karibik-Insel verdankt ihren Namen den herabhängenden Luftwurzeln der Feigenbäume, die es dort früher zuhauf gab. Die portugiesischen Entdecker tauften das Eiland „os barbados“ – auf Deutsch „die Bärtigen“.

China. Der Name leitet sich von der Quin-Dynastie ab (sprich „tschin“), deren Herrscher das Land im 3. Jahrhundert vor Christus einigten. Ein älterer englischer Name für China lautete übrigens „Cathay“, nach ihm ist die Fluglinie „Cathay Pacific“ benannt. 

Deutschland. Der Begriff „deutsch“ kommt vom althochdeutschen „diutisc“, was „zum Volk gehörig“ bedeutet. Zu Zeit Karl des Großen entstand die lateinisierte Bezeichnung „lingua theodisca“, womit die Sprache des Volkes in Abgrenzung zum Lateinischen bezeichnet wurde. Aus „theodisca“ wurde mit der Zeit „deutsch“.

Ecuador. Die Herleitung ist einfach, liegt der südamerikanische Staat doch am Äquator. Bis 1830 hieß das Land allerdings noch wie seine Hauptstadt Quito.

Gran Canaria. Der Name leitet sich wahrscheinlich vom lateinischen Wort „canis“ für „Hund“ ab. Laut dem römischen Historiker Plinius lebten auf der Insel viele große Hunde.

Indien. Der Staat wurde nach dem Indus benannt. Der Name des Flusses wiederum kommt aus dem Sanskrit, der Begriff „sindhu“ bedeutet dort „Fluss“. Seit der Aufteilung des Subkontinents fließt der Indus aber größtenteils durch das Nachbarland Pakistan. 

Kolumbien. Das südamerikanische Land erhielt seinen heutigen Namen 1863 zu Ehren des Entdeckers Christoph Kolumbus – obwohl der Namensgeber niemals kolumbianischen Boden betreten hat.

Mexiko. Die Herleitung ist nicht eindeutig geklärt. Wahrscheinlich stammt der Name von dem aztekischen Begriff „metztlixihtlico“, der „in der Mitte des Mondes“ oder einfach nur „Sonne“ bedeutet.

Österreich. Die Bezeichnung stammt von dem Begriff „Ostarrichi“, dessen Herkunft nicht geklärt ist. „Ostarrichi“ bedeutet „Land im Osten“ und taucht in schriftlicher Form erstmals im Jahr 996 in einer Urkunde auf. Da Österreich damals Teil des Herzogtums Bayern war, machte die Bezeichnung als östliches Land Sinn.

Pakistan. Der Name ist ein Kunstwort, das aus den Anfangs- und Endbuchstaben muslimisch geprägter Provinzen zusammengesetzt ist: Punjab, Afghan, Kaschmir, Indus, Sindh und Belutschistan.

Samoa. Der Inselstaat in der Südsee ist wahrscheinlich nach dem ausgestorbenen Riesenvogel Moa benannt, „sa moa“ bedeutet demnach „Ort des Moa“.

Saudi-Arabien. Das Königreich besteht in seinen heutigen Grenzen erst seit 1932. Staatsgründer Ibn Saud verband einfach seinen Familiennamen mit dem Namen der Halbinsel Arabien.

Seychellen. Der Inselstaat im Indischen Ozean ist nach Jean Moreau de Séchelles benannt, dem Finanzminister des französischen Königs Ludwig XV. Séchelles fungierte nicht nur als Namensgeber, die Inselgruppe ging 1756 auch in seinen Besitz über.

Spanien. Der Name kommt vom phönizischen Wort „i-shephanim“, „Land der Klippschliefer“. Die Phönizier verwechselten die den Murmeltieren ähnelnden Klippschliefer mit den in Spanien beheimateten Kaninchen, die ihnen unbekannt waren. Die Bezeichnung „Spanien“ basiert also auf einem Irrtum.

Venezuela. Der italienische Entdecker Amerigo Vespucci, dem ja schon Amerika seinen Namen verdankt, fühlte sich beim Anblick indianischer Pfahlbauten an Venedig erinnerte. Er taufte die Region „Klein-Venedig“ – „Venezuela“ ist die Verkleinerungsform von „Venedig“.

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