Älter, länger, häufiger: Rekorde aus der Welt der Sprache

Älter, länger, häufiger: Rekorde aus der Welt der Sprache - papagei.com Magazin

Wie alt ist die älteste, heute noch gesprochene Sprache der Welt, wie viele Sprachen kann ein Mensch sprechen, wie lang ist der längste Ortsname der Welt, welches sind die am häufigsten im Deutschen vorkommenden Wörter? Antworten liefert ein Ausflug ins Reich der sprachlichen Höchstleistungen.

Internationale Sprach-Rekorde

Die älteste Sprache:

Als die älteste noch lebende Sprache gilt Aramäisch – die Sprache, in der Jesus seinen Jüngern predigte. Schriftfunde belegen, dass sie seit mindestens 3000 Jahren in Gebrauch ist. Heute wird Aramäisch noch von rund einer halben Million Menschen im Nahen und Mittleren Osten gesprochen. Chinesisch ist mit 4000 Jahren zwar älter, doch die Aussprache hat sich im Laufe der Zeit stark verändert. Linguisten billigen dem Chinesischen daher „nur“ den Titel der ältesten Schriftsprache zu.

Die meist gesprochenen Sprachen:

Platz eins geht an Englisch, das weltweit von rund 1,5 Milliarden Menschen gesprochen wird – darunter 375 Millionen Muttersprachler. Auf dem zweiten Platz folgt Chinesisch mit insgesamt rund 1,1 Milliarden Sprechern, auf dem dritten Platz folgt Hindi mit 650 Millionen Sprechern. Deutsch belegt mit 185 Millionen Sprechern Platz zehn.

Das größte Sprachtalent:

Bis 1998 führte das Guinness Buch der Rekorde den Libanesen Ziad Youssef Fazah als Weltrekordler. 58 Sprachen soll sich der gebürtige Liberianer in Wort und Schrift selbst beigebracht haben. Doch es gibt Zweifel an seinen sprachlichen Fähigkeiten. Bei einer Live-Sendung im chilenischen Fernsehen soll Fazah einfache Sätze in Russisch, Chinesisch, Persisch, Griechisch und Hindi nicht verstanden haben – obwohl er diese Sprachen nach eigenen Angaben beherrscht.

Der meist verbreitete Vor- und Nachname:

Der am häufigsten auftretende Vorname ist Mohammed, arabisch Muhammad geschrieben. Rund 150 Millionen Menschen auf der ganzen Welt tragen den Namen des islamischen Propheten. Bei den Nachnamen hat das chinesische Wang die Nase vorn, etwa 95 Millionen Menschen heißen so.

Der längste Ortsname der Welt:

Ins lateinische Alphabet übertragen, ist die alte Thai-Bezeichnung für die thailändische Hauptstadt Bangkok der längste Ortsname der Welt. Sie besteht aus 168 Buchstaben und liest sich folgendermaßen: Krung Thep Mahanakhon Amon Rattanakosin Mahinthara Ayuthaya Mahadilok Phop Noppharat Ratchathani Burirom Udomratchaniwet Mahasathan Amon Piman Awatan Sathit Sakkathattiya Witsanukam Prasit. In thailändischer Schrift besteht der Name übrigens „nur“ aus 139 Zeichen.

Die einzige ausgestorbene Sprache, die wiedererweckt wurde:

Hebräisch starb im zweiten Jahrhundert nach Christus als gesprochene Sprache aus, wurde aber vor rund 120 Jahren reanimiert. Neuhebräisch, auch Iwrit genannt, ist die offizielle Amtssprache Israels und wird von rund fünf Millionen Menschen gesprochen.  

Die meisten offiziellen Landessprachen:

Das Land mit den meisten offiziell anerkannten Landessprachen ist Bolivien. Neben Spanisch ist in jeder Region mindestens eine indigene Sprache zusätzlich Amtssprache, die wichtigsten sind Quechua und Aymara. Die weiteren Plätze belegen Indien mit 23 und Südafrika mit elf offiziellen Amtssprachen.

Der in den meisten Sprachen von einem Künstler gesungene Song:


2009 veröffentlichte die US-Band Manowar ihren Song „Father“ in 16 verschiedenen Sprachen – von einem Rekord sind die Hardrocker aber meilenweit entfernt. Im selben Jahr nahm der indische Sänger Ghazal Srinivas das Lied „Golden Dreams of Gandhiji“ in 125 Sprachen auf und brachte seine Höchstleistung als Doppel-CD in den Handel. 

Deutsche Sprach-Rekorde

Die häufigsten Wörter:

Laut einer Untersuchung der Universität Leipzig ist „der“ das am häufigsten in geschriebener deutscher Sprache vorkommende Wort. Es folgen „die“, „und“, „in“ und „den“. Gemäß der Erhebung, die allerdings aus dem Jahr 2001 stammt, belegt zudem „sein“ Platz eins bei den Verben, „neu“ bei den Adjektiven und seltsamerweise „Prozent“ bei den Substantiven.

Das längste Wort:

Bis 2013 war das längste deutsche Wort der Name eines Gesetzes aus Mecklenburg-Vorpommern. Dann wurde das „Rindfleischetikettierungsüberwachungsaufgabenübertragungsgesetz“ vom Schweriner Landtag aufgehoben und damit auch das 63 Wörter lange Ungetüm beerdigt. Die längsten im Duden aufgeführten Wörter ohne Bindestriche sind „Arbeiterunfallversicherungsgesetz“ und „Bundesausbildungsförderungsgesetz“ mit je 33 Buchstaben. Die berühmte „Donau-Dampfschifffahrtsgesellschaft“ kommt zwar auf 34 Buchstaben, schreibt sich laut Duden aber mit Bindestrich.

Die häufigsten Nachnamen:

Der am häufigsten vorkommende deutsche Nachname lautet „Müller“, gefolgt von „Schmidt“, „Schneider“, „Fischer“ und „Weber“. Die 14 häufigsten Nachnamen sind übrigens allesamt ehemalige Berufsbezeichnungen, erst auf Platz 15 findet sich mit „Klein“ ein Eigenschafts-Name.

Die beliebtesten Vornamen:

Die Gesellschaft für deutsche Sprache wertet alljährlich die Namenseintragungen bei den Standesämtern aus. Danach war 2012 (wie auch schon 2010 und 2011) Sophie/Sofie der beliebteste Mädchenname, gefolgt von Marie und Maria. Bei den Jungs führte Luca/Luka vor Maximilian und Alexander, die 2010 und 2011 noch die ersten beiden Plätze belegten.

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