Wie die Deutschen die eigenen Sprachkenntnisse einschätzen

Wie die Deutschen die eigenen Sprachkenntnisse einschätzen - papagei.com Magazin

Wir Deutschen sind Exportweltmeister und Europameister im Reisen. Wir bezeichnen uns gern als polyglott, arbeiten in global operierenden Unternehmen und halten uns zugute, den neuen Filmhit in der Originalsprache gesehen zu haben. Mit Fremdsprachen sind wir wohlvertraut – ob beim Geschäftsessen oder beim Smalltalk. Aber trifft das wirklich auf die Mehrzahl der Deutschen zu? Aktuelle Untersuchungen lassen Zweifel aufkommen.

Halb Deutschland kann kein Englisch


Eine repräsentative Umfrage aus dem Jahr 2013 hat ergeben: 6,74 Millionen Deutsche halten ihre Englischkenntnisse für sehr gut. Ihnen stehen knapp 20 Millionen gegenüber, die über „ziemlich gute Kenntnisse“ zu verfügen glauben – und rund 38 Millionen, die sich selbst „geringe oder gar keine Kenntnisse“ der englischen Sprache attestieren. Tatsache ist: Etwa die Hälfte der Bundesbürger steht nach eigenem Dafürhalten mit der englischen Sprache auf Kriegsfuß.

Wenn Bundeskanzlerin Angela Merkel Bildung und Wissen als das wichtigste Kapital unseres rohstoffarmen Landes bezeichnet, dann zielt das auch in Richtung Kommunikationsfähigkeit und Fremdsprachenkenntnis. Man muss nicht gleich auf die gestiegenen Anforderungen durch die Globalisierung verweisen – auch in der heimischen Firma machen sich Fremdsprachen gut auf der Karriereleiter. Sprachkenntnisse – zumal in Englisch – gehören zu den Schlüsselqualifikationen. Leider beherrscht offenbar jeder zweite Deutsche die englische Sprache nicht oder nur mangelhaft.

Bundesrepublik im Länderranking abgeschlagen


Zu einem ähnlichen Ergebnis kommt die im November 2013 vorgestellte 3. Auflage des EF English Proficiency Index, einem weltweiten Vergleich der Englischkenntnisse von Erwachsenen. Unter den 60 teilnehmenden Nationen nimmt Deutschland nur den 14. Platz ein. Spitzenreiter sind Schweden, Norwegen, die Niederlande und Estland. Ein Jahr zuvor hatte Deutschland immerhin noch den 9. Rang im Länderranking belegt. Johan Skaar, Geschäftsführer des Bildungsunternehmens EF Education First, das die Studie in Auftrag gegeben hat: „Hier ist sowohl mehr private Initiative wie auch staatliche Förderung gefragt“. Die bisherige Herangehensweise an das Erlernen von Fremdsprachen etwa durch Schulunterricht und internationale Wirtschaftskontakte reicht laut Skaar nicht aus, um ein angemessenes Englisch-Niveau in der Bevölkerung zu erreichen.

To top