Laptop-Klassen: Erkenntnisse, Möglichkeiten und Vorteile

Laptop-Klassen: Erkenntnisse, Möglichkeiten und Vorteile - papagei.com Magazin

Schulklassen, in denen jeder Schüler einen Laptop hat: Sogenannte Laptop-Klassen gibt es in immer mehr Schulen.

Kinder wachsen heute mit Computern auf, und es ist naheliegend, dass sie diese auch in der Schule nutzen. Computer werden bereits seit Jahrzehnten in Schulen verwendet. Doch die Einführung von komplett mit Laptops ausgestatteten Klassen ist noch unterschiedlich weit fortgeschritten. Bundesweit gibt es unterschiedliche Ansätze, zum Teil auf Landesebene, zum Teil auf Schulebene. Es gilt vor allem, zwei Dinge zu meistern:

 

  • die Ausstattung und Finanzierung. Die Idealvorstellung wäre natürlich, dass jeder Schüler einen Laptop gestellt bekommt. Doch die Kosten sind durch Schulen und Behörden nicht immer zu tragen. Wenn die Anschaffung über die Eltern erfolgt, sollte es finanzielle Unterstützung für sozial schwache Familien geben. Auch die technischen Rahmenbedingungen sind unterschiedlich und hängen häufig von der Kompetenz und dem Engagement von Einzelpersonen ab.
  • die Regulierung des Zugangs. Die meisten Schulen haben heutzutage WLAN-Netze. Doch die Schüler sollen während des Unterrichts nicht in Sozialen Netzwerken surfen, spielen oder Youtube-Filmchen ansehen. Nur durch Kontrolle des Lehrers lässt sich das nicht regeln. Deshalb müssen die Zugänge so eingeschränkt werden, dass nur unterrichtsrelevante Seiten im Internet aufgerufen werden können.

    Die Vorteile von Laptop-Klassen

    Für Lehrer bieten Laptops eine hervorragende Möglichkeit, Unterrichtsstoff nicht im klassischen Frontalunterricht zu vermitteln. Die Schüler arbeiten selbstorganisiert allein oder in unterschiedlich großen Gruppen. Mit zunehmendem Alter können auch Selbstständigkeit, Eigeninitiative, Problemlösungsfähigkeit und soziale Kompetenzen gefördert werden. Kinder und Jugendliche nutzen den Laptop unter Anleitung zielgerichtet und als Werkzeug. Sie erwerben so gleichzeitig Medienkompetenz.

    Der entscheidende Vorteil von Laptops im Gegensatz zu stationären Computern – im Klassenraum oder in einem speziellen Computerraum – ist der einfachere und schnellere Zugriff. Die Studie „Lernen in Notebook-Klassen. Endbericht zur Evaluation des Projekts 1000mal1000: Notebooks im Schulranzen“ stellte unter anderem fest, dass die Nutzung der PCs in Laptop-Klassen deutlich höher ausfiel als in Klassen, die nur Zugang zu stationären Computern hatten. Die Schüler können die Geräte außerdem zu Hause nutzen.

    Weitere Erkenntnisse der Studie zeigten:

  • die Schüleraktivität im Unterricht nahm zu.
  • die Schüler hatten mehr Mitgestaltungsmöglichkeiten.
  • die Komplexität der Aufgabenstellung stieg an.
  • die Schüler zeigten eine höhere Motivation, mehr Selbstständigkeit und ein größeres Computerwissen.

    Gleichzeitig wurde die Notwendigkeit von Grundvoraussetzungen betont, insbesondere eine funktionierende Technik:

  • die Verwendung von robuster Hardware und einem stabilen Netzwerk.
  • private und schulische Nutzung des Laptops sollte getrennt werden. Empfehlenswert ist bei jedem Laptop die Einrichtung einer Partition auf der Festplatte, die nur dem Schulgebrauch dient und für die der Schüler keine Administrationsrechte hat.

    Der Laptop alleine genügt nicht

    Eine weitere Studie, die von der Bertelsmann-Stiftung veröffentlicht wurde, kommt zu ähnlichen Erkenntnissen, unterstreicht aber einen weiteren wichtigen Aspekt: Die Ausstattung einer Klasse mit Laptops allein ist nicht ausreichend. Auch die Inhalte müssen entsprechend abgestimmt sein. In einigen untersuchten Schulen kamen die Laptops nur punktuell zum Einsatz. Für den regelmäßigen Einsatz sind ein pädagogisches Konzept und ebenso qualifizierte wie motivierte Lehrer erforderlich. Mobiles Lernen kann dann bessere Resultate erzielen, wenn die Lehrer neue Strategien und Lernmethoden erproben und entwickeln. Ein gutes Beispiel sind Videolearningportale zum Sprachenlernen. Manche dieser Unternehmen bieten Schulkooperationen an, etwa papagei.com. Diese können Inhalte wie „Lernen mit Videos“ oder digitale Aussprachetrainer umfassen.

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