E-Learning in der Ausbildung ist "State of the Art"

E-Learning in der Ausbildung ist "State of the Art" - papagei.com Magazin

Welchen Stellenwert genießt das digitale Lernen bei der Ausbildung von Fachkräften in gewerblich-technischen Berufen? Das MMB-Institut für Medien- und Kompetenzforschung ist dieser Frage nachgegangen. Per Online-Fragebogen erkundigte es sich bei 342 Ausbilderinnen und Ausbildern. Das Ergebnis: Knapp zwei Drittel der Befragten (60 Prozent) nutzen bereits Formen des digitalen Lernens im Unternehmen, 23 Prozent haben dies in Zukunft vor. Man kann sicher davon ausgehen, dass diese pädagogische Vorwärtsorientierung auch für andere Branchen gilt.

Neue Medien auf dem Vormarsch

Die Verfasser der Studie kommen zu dem Schluss: „In den meisten Unternehmen ist der Einsatz von E-Learning heute bereits State of the Art.“ Das sah vor einigen Jahren noch ganz anders aus. So ergab eine Umfrage aus dem Jahr 2008, dass zum damaligen Zeitpunkt E-Learning nur für 21 Prozent der kleinen und mittleren Betriebe ein Thema war. Bei den Großbetrieben waren es 2009 immerhin schon 55 Prozent, so das Ergebnis einer weiteren Studie. Seitdem hat sich viel getan. Derzeit schließen nur noch 17 Prozent der ausbildenden Betriebe definitiv aus, in den kommenden Jahren E-Learning einzusetzen. Die Gründe: Die Kosten-Nutzen-Relation würde sich nicht rechnen. Andere digitale Verweigerer zweifeln die Motivation und Selbstlernkompetenz ihrer Azubis an.

E-Learning als Alleinstellungsmerkmal

Welches sind aber die Gründe, dass E-Learning immer mehr Akzeptanz seitens der Unternehmensentscheider erfährt? Fast alle der Befragten, die E-Learning-Methoden nutzen (92 Prozent), unterstreichen laut der Studie des MMB-Instituts die besonderen Möglichkeiten der Lerndifferenzierung über maßgeschneiderte Inhalte sowie die Chancen einer individuellen Förderung. Auch der Imagefaktor wurde hervorgehoben: Der Einsatz von E-Learning vermittele das Bild eines modernen, attraktiven Ausbildungsunternehmens.

Weitere in der Studie genannte Pluspunkte des E-Learning: Das digitale Lernen verstärke die Bindung der Mitarbeiter ans Unternehmen und verbessere darüber hinaus generell die Ausbildungsqualität, die sich durch Verwendung moderner Lernmedien zudem standortübergreifend vereinheitlichen ließe. Damit ist E-Learning ein wichtiger Faktor im Wettbewerb – sowohl bei der Gewinnung neuer Mitarbeiter als auch später, wenn aus den Auszubildenden qualifizierte Leistungsträger geworden sind, die ihre Kompetenzen im Job ausspielen können.

Die Zukunft wird digital

Der Bereich E-Learning ist ein weites Feld. Deshalb wurde im Rahmen der MMB-Institut-Studie auch nach den vorrangig genutzten Lernformen und Tools gefragt. Es stellte sich heraus, dass in erster Linie die klassische Variante Computer Based Training bevorzugt wird, gefolgt vom Web Based Training und der zunehmend gefragten Methode Blended Learning. Spielbasiertes Lernen, Micro Blogging und die noch junge Lerntechnologie Augmented Learning finden dagegen eher wenig Beachtung.

Die befragten 44 Unternehmen gehören vor allem den Bereichen Maschinen- und Fahrzeugbau, Gesundheitswesen, dem Erziehungssektor und der Elektroindustrie an. Um eine Einschätzung der weiteren Entwicklung gebeten, stimmten 86 Prozent der Befragten dem Statement zu, dass E-Learning in den kommenden Jahren zu einem festen und wichtigen Bestandteil der betrieblichen Ausbildung heranwachsen wird. Zudem halten vier Fünftel der Studienteilnehmer mobiles Lernen für zunehmend wichtig.

80 Prozent sprechen sich darüber hinaus für ein Nebeneinander von im eigenen Haus erstellten Lernmedien und standardisierten Angeboten externer Lerndienstleister aus.

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