Business English: Geschäftlicher Erfolg ist auch eine Frage der Kultur

Business English: Geschäftlicher Erfolg ist auch eine Frage der Kultur - papagei.com Magazin

Ohne gute Englischkenntnisse geht in Jobs mit internationaler Ausrichtung nichts – aber die Sprache ist nicht alles: Wer bei Meetings und Verhandlungen mit englischen und US-Geschäftspartnern punkten will, sollte auch die kulturellen Unterschiede auf dem Zettel haben.

Other countries, other customs: In England und den USA gelten andere Regeln für das Verhalten bei geschäftlichen Kontakten als in Deutschland. Wer diese oft feinen Unterschiede nicht kennt, kann bei Treffen mit den internationalen Geschäftspartnern in so manches Fettnäpfchen treten. Besser, man beherrscht nicht nur die Sprache, sondern weiß auch über die wichtigsten kulturellen Unterschiede Bescheid. 

Besonderheiten beim Umgang mit US-Partnern

Meetings und Verhandlungen mit amerikanischen Partnern laufen meist in lockerer Atmosphäre ab. US-Manager sind wahre Meister des Small Talks und verwenden häufig stark überschwängliche Adjektive wie „wonderful“, „marvellous“ oder „excellent“. Die darf man aber nicht überinterpretieren, sie haben eher spielerischen Charakter und dienen vor allem dazu, eine Beziehung zwischen den Gesprächspartner aufzubauen und ein angenehmes Ambiente zu schaffen.

Die entspannten Rahmenbedingungen bei Besprechungen mit Amerikanern sollten deutsche Manager nicht dazu verleiten, ihre Partner zu unterschätzen. US-Geschäftsleute sind Vollprofis, für die in erster Linie der Erfolg zählt. Nach dem lockeren Geplänkel geht es schnell ans Eingemachte – das Business. Deutsche Manager sollten dabei folgende Regeln beachten:

  • Pünktlichkeit. US-Manager haben in der Regel eine enge Zeitplanung, Zuspätkommen ist ein absolutes No-Go. 
  • Professionalität. US-Manager erwarten, dass ihre Partner top vorbereitet sind und auf Nachfrage Zahlen, Hintergrundfakten etc. parat haben.
  • Klarheit. Pragmatismus ist bei US-Amerikanern Trumpf. Sie mögen es, wenn ihre Geschäftspartner klare Ziele definieren und sich entscheidungsfreudig zeigen.
  • Zurückhaltung. Wendet sich das Gespräch sensiblen Themen wie Hautfarbe, Religion oder Sexualität zu, sind Achtsamkeit und diplomatische Zurückhaltung angesagt. Das gilt erst recht für Kritik an der Politik der USA. Patriotismus ist in Amerika wesentlich stärker ausgeprägt als in Deutschland.

Besonderheiten beim Umgang englischen Partnern

Engländer legen großen Wert auf Umgangsformen. Ihre Höflichkeit und die direkte Anrede ihrer Partner mit Vornamen sollten deutsche Manager aber nicht überbewerten. Wenn es ums Business geht, sind englische Geschäftsleute knallhart. Ihre scheinbare Vertraulichkeit ist ein Zeichen von Offenheit und Unvoreingenommenheit, darf aber nicht als Geste wirklicher Freundschaft verstanden werden. In der geschäftlichen Beziehung mit Managern aus England gelten folgende Besonderheiten:

  • Humor. Der englische Humor ist zwar weltberühmt, mit ihm umzugehen bereitet den Nicht-Engländern und vor allem vielen Deutschen Probleme. Humor made in England ist trocken, subtil und gern auch leicht zynisch. Platte Witze und lärmende Fröhlichkeit sorgen dagegen für Irritationen.
  • Understatement. Während US-Amerikaner für uns Deutsche mit Übertreibungen um sich werfen, neigen Engländer eher zur Untertreibung. Spricht ein englischer Manager beispielsweise von „slight problems“, sollten beim deutschen Gesprächspartner die Alarmglocken schrillen. Denn bei den leichten Problemen kann es sich tatsächlich um eine ausgewachsene Misere handeln.
  • Small Talk. Informelle Treffen in einem Restaurant oder Pub spielen in der englischen Geschäftswelt eine wichtige Rolle. Deutsche Partner sind im Vorteil, wenn sie bei den beliebtesten Gesprächsthemen mitreden können. Das ist zum einen das berüchtigte englische Wetter, zum anderen plaudern Engländer mit Hingabe über Sport, Freizeitaktivitäten und kulturelle Themen wie die aktuellen Theateraufführungen in London.